Türkischer Kaffee aus der Cezve: Tipps und häufige Fehler
Autor: Heiko Kahlisch | 9.1.2026
Türkischer Kaffee ist eine traditionelle Zubereitungsart. Sehr fein gemahlener Kaffee wird mit Wasser in der Cezve langsam erhitzt und ungefiltert in kleinen Tassen serviert. Er hat eine dichte Crema und schmeckt sehr kräftig.
Besonderheiten eines türkischen Kaffees
Der Mahlgrad ist extrem fein und fast mehlartig. Für seine Zubereitung brauchst du ein spezielles Kännchen, meist aus Kupfer oder Messing mit langem Stiel. Im türkischen Sprachraum heißt es Cezve, im arabischen Ibrik. Original steht die Cezve in heißem Quarzsand. Dadurch erhitzt es sich langsam und bildet eine dichte Crema. Steigt diese auf, ist der Kaffee fertig. Durch die Kombination aus feinem Mahlgrad, langer Kontaktzeit und ungefilterter Tasse, hat türkischer Kaffee oft einen höheren Koffeingehalt andere Brühmethoden.
Rezept und Zubereitung
Für türkischen Kaffee kannst du dich an ca. 1:10 Brew Ratio (Kaffee:Wasser) orientieren. Die Kaffeebohnen so fein mahlen, dass es fast pudrig wirkt (feiner als für Espresso). Die Mengenangaben beziehen sich auf eine Mokkatasse.
- 6-8 Gramm sehr fein gemahlener Kaffee
- 70 ml Wasser
- 6 Gramm Zucker (optional)
Für die Auswahl der Bohnen sind reine Arabica empfehlenswert. Sie sorgen für komplexe Aromen und subtile Geschmacksnoten. Blends mit etwas Robusta bringen mehr Körper und Crema.
Der Röstgrad sollte mittel bis eher dunkel für klassischen, schokoladig‑würzigen türkischen Kaffee sein. Helle Röstungen funktionieren gut, wenn du die Ratio bei ca. 1:10 lässt und die Temperatur gut kontrollierst.
Zubereitung
- Den Kaffee sehr fein mahlen. Am besten mit der feinsten Stufe der Kaffeemühle.
- Wasser und Kaffee (ggf. Zucker) in die Cezve geben. Umrühren, auf die Herdplatte stellen (Gas oder Ceran) und erhitzen.
- Das dauert zwischen zwei bis vier Minuten. Jetzt nicht mehr umrühren! Zunächst bilden sich am Rand kleine Bläschen, danach dichter cremiger Schaum. Diese Crema wellt sich, bricht und steigt auf.
- Cezve von der Herdplatte nehmen und sofort vorsichtig in kleine Mokkatassen gießen. Die Crema sollte sich dabei an der Oberfläche absetzen.
Die drei häufigsten Fehler bei türkischem Kaffee
1. Fehler: Zu grober Mahlgrad
Bei einem mittleren oder groben Mahlgrad sind ein dünner Körper, wässriger Geschmack und kaum Schaum die Folge.
2. Fehler: Der Kaffee kocht
Erhitzt du den Kaffee zu schnell oder bringst ihn zum Kochen, erhältst du ein flaches Aroma, viele Bitterstoffe und wenig Schaum. Gibst du ihn in bereits kochendes Wasser, kommt es zur Überextraktion. Er schmeckt dann sehr bitter.
3. Fehler: Zucker zum Schluss
Gibst du ihn zum Schluss hinzu, fällt der Schaum zusammen. Rührst du ihn auch noch um, werden die Kaffeepartikel aufgewirbelt und beeinträchtigen das Mundgefühl beim Trinken.
4. Gebe die gesüßte Kaffeesahne in ein Glas.
5. Setze den Finfilter mit dem Kaffeepulver darauf und drücke es nur ganz leicht an.
6. Gieß als Erstes nur ein wenig heißes Wasser in den Filter, damit der Kaffee entgasen kann. Erst danach gieße das restliche Wasser auf.
Autor: Heiko Kahlisch
Wie in so vielen Gründergeschichten wurde aus einer Leidenschaft mehr als nur ein Hobby. Heiko erfüllte sich 2014 einen Traum. Er gründete die Kaffeerösterei Docklands Coffee. Seitdem werden dort aus fast 100 Sorten hochwertige Bohnen langsam und schonend im Trommelröster geröstet.
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