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Kaffeepulver mit heißem Wasser im Filter

Fünf Tipps für einen besseren Pour-over Kaffee

Autor: Heiko Kahlisch | 28.10.2025


Die Pour-Over-Methode bietet für die Zubereitung eines Kaffees mehrere Vorteile: präzise Kontrolle der Wassertemperatur, Durchflussgeschwindigkeit und Brühzeit. Durch den langsamen, gleichmäßigen Aufguss werden die Aromen des Kaffees optimal extrahiert.

Das Filterpapier hält feinste Partikel und Öle zurück. Der Kaffee schmeckt vollmundig, weniger bitter und sieht in der Tasse klar aus. Barista empfehlen vor allem die folgenden Tipps.

Inhalt

  1. Papierfilter anfeuchten
  2. Kubomi-Methode
  3. Wasser kreisförmig eingießen
  4. Blooming
  5. Kaffeepulver umrühren
Tipps für einen perfekten Pour-over-Kaffee: Blick in den Filter

1. Papierfilter anfeuchten

Je nach Qualität können Papierfilter einen unangenehmen Eigengeschmack abgeben. Das Anfeuchten entfernt ihn.

Gleichzeitig wärmt das heiße Wasser beim Befeuchten den Filter und die Kanne vor. Dadurch bleibt die Brühtemperatur während des gesamten Vorgangs stabil und sorgt für eine gleichmäßige Extraktion und ein besseres Aroma.

Nicht vergessen, das beim Anfeuchten durchgelaufene Wasser abzugießen.

Pour-over-Kaffee: Filter wird mit Wasser befeuchtet

2. Kubomi-Methode

Bei der Kubomi-Methode wird beim Pour-Over-Kaffee mit einem Stäbchen oder Löffel ein spiralförmiger Trichter in den trockenen Kaffeesatz geformt. Der Begriff „Kubomi“ stammt aus dem Japanischen und steht für „Vertiefung“ bzw. „Grube“. Der Vorteil liegt auf der gleichmäßige Benetzung und der besseren Extraktion.

Durch die spiralförmige Vertiefung entsteht beim Aufgießen ein Art Wirbel der den Kaffee gleichmäßig benetzt. Das sorgt für eine homogene Extraktion , da alle Partikel gleichzeitig mit Wasser in Kontakt kommen.​

Während der Blooming-Phase verteilt sich das Wasser durch die Form der Vertiefung im Kaffeepulver. Dadurch kann das CO₂ effiziente entweichen. Die Entgasung verläuft ruhiger und kontrollierter.

Diese Methode hilft vor allem bei Kaffees mit heller Röstung oder einem feinen Mahlgraden, das Wasser präzise zu steuern. Barista finden die Tasse nach dem Brühen klarerer, sauberer mit feinerer Süße und besserer Balance. Allerdings sind die geschmacklichen Unterschiede im Vergleich zum klassischem Blooming eher subtil und von Bohnensorte, Mahlgrad und Pour-Over-Gerät abhängig.​​

Die Kubomi-Methode erfordert nur wenige Handgriffe:

  1. Kaffeepulver im Filter gleichmäßig verteilen.
  2. Mit einem Stäbchen spiralförmig von außen nach innen eine Mulde ziehen.
  3. Wie gewohnt Blooming-Wasser (ca. das 2–3-fache der Kaffeemenge) eingießen.
  4. Nach kurzer Entgasung wird der restliche Brühvorgang gestartet.

3. Wasser kreisförmig eingießen

Das kreisförmige Eingießen des Wassers gewährleistet beim Pour-Over die gleichmäßige Extraktion und einen ausgewogenen Geschmack. Das Wasser wird in kleinen Spiralen über das Kaffeepulver gegossen. Dadurch verteilt sich das Wasser über das gesamte Kaffeemehl. 

​Beim punktuellen Eingießen an nur einer Stelle entstehen sogenannte „Channels“ (Kanäle). Das Wasser sucht sich den leichtesten Weg durch den Kaffee und lässt andere Bereiche trocken.

Spiralförmiges Gießen ermöglicht eine präzise Kontrolle über die Durchflussgeschwindigkeit und Kontaktzeit zwischen Wasser und Kaffee. So kann der Brühvorgang optimal an Mahlgrad und Röstgrad angepasst werden. Am besten klappt dies mit einem Wasserkocher oder einer Kanne mit Schwanenhals.

4. Blooming

Beim Blooming wird frisch gemahlenes Kaffeepulver mit einer kleinen Menge heißen Wassers übergossen und quillt vor. Dabei entweicht Kohlendioxid (CO₂), das sich nach dem Rösten noch im Kaffee befindet.

Pour-over-Kaffee: Blooming Phase des Kaffees im Filter

Ohne Blooming würde dieses Gas den Wasserfluss behindern, es könnten trockene Stellen entstehen und eine ungleichmäßige Extraktion verursachen. Manche Partikel würden über-, andere unterextrahiert. Frisch gerösteter Kaffee enthält besonders viel CO₂.

Die gleichmäßige Extraktion und das Entgasen reduzieren Bitterstoffe und Säure. Komplexe Aromen des Kaffees treten stärker hervor. Fruchtige und blumige Noten wirken klarer. Der Kaffee schmeckt balanciert.

Hinweis:
Optimal ist für das Blooming die 2-3 fache Wassermenge der Kaffeemenge. Warte ca. 30-45 Sekunden, bevor du das restliche heiße Wasser aufgießt.

Swirling - Filteraufsatz leicht schütteln

Wenn das heiße Wasser vollständig in den Filter gegossen wurde, kannst du ihn mit beiden Händen umfassen und etwas schütteln. Dabei löst das Wasser das feuchte Kaffeepulver vom Papierfilter. Es bleibt dadurch beim Absinken des Wassers nicht am Filter kleben.

Pour-over-Kaffee: Swirling, der Filter wird leicht geschüttelt

Optional: Kaffeepulver umrühren

Das Umrühren des Kaffeepulvers beim Pour Over besitzt sowohl Vorteile als auch Nachteile.  Entscheidend sind Zeitpunkt, Intensität und Technik .​

Vorteile
Ein vorsichtiges Umrühren während der Blooming-Phase oder direkt nach dem ersten Aufguss, hilft trockene Stellen (Dry Pockets) aufzubrechen. Das Kaffeepulver wird gleichmäßig benetzt.  

Die Extraktion verläuft homogen. Feine Aromen lösen sich besser. Besonders bei Kaffees mit unregelmäßigem Mahlgrad oder dichter Struktur kann ein sanftes Durchrühren Vorteile bringen. Gleichzeitig entgast das CO₂ schneller.

Nachteile
Zu starkes oder spätes Umrühren (nach dem Hauptaufguss) kann Feinpartikel aufwirbeln. Diese verstopfen den Filter und verlängern die Durchlaufzeit verlängert. Das führt zur Überextraktion mit bitterem Geschmack, einer sandigen Textur und trübt den Kaffee. ​

Alternativ kannst du auch den Filter leicht schütteln. Dieses "Swirling" erzielt ähnliche Ergebnisse. 

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Autor: Heiko Kahlisch
Wie in so vielen Gründergeschichten wurde aus einer Leidenschaft mehr als nur ein Hobby. Heiko erfüllte sich 2014 einen Traum. Er gründete die Kaffeerösterei Docklands Coffee. Seitdem werden dort aus fast 100 Sorten hochwertige Bohnen langsam und schonend im Trommelröster geröstet.

Mehr über Docklands Coffee



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