Maragogype Kaffee: Elefantenbohnen mit Charakter
Autor: Heiko Kahlisch | 7. Juli 2025
Der Maragogype Kaffee wird auch als Elefantenbohne bezeichnet. Sie ist eine eine Kreuzung aus Arabica und Liberica Kaffee. Ihr besonderes Merkmal: sie ist 40% größer als andere Bohnen.
Diese Rarität wurde erstmals 1876 in der Nähe der brasilianischen Stadt Maragojipe entdeckt und wird heute vor allem in den Hochlagen von Mexiko, Nicaragua und Guatemala angebaut.
Geschmack und Aroma
Ein Kaffee aus Maragogype Bohnen schmeckt mild, aromatisch und ausgewogen. Bereits beim Mahlen entfaltet sich ein angenehmes, vollfruchtiges Aroma. Er hat nur wenig Säure. Sein Mundgefühl ist samtig und weich mit kakaoartigem Abgang.
Je nach Anbauregion und Aufbereitung finden sich Noten von Bitterschokolade, Haselnuss, Karamell, Honig, florale Nuancen (z. B. Rose, Flieder) oder fruchtige und würzige Akzente. Darüber hinaus besitzt der Kaffee eine leicht Süße, die an braunen Zucker oder Trockenfrüchte erinnert.
Aufgrund seines feinen Aromas eignet sich Maragogype besonders für Filterzubereitungen wie Handfilter, Chemex oder French Press. Für kräftige Espresso-Röstungen ist er weniger geeignet, da die filigranen Aromen schnell überdeckt werden.
Anbaubedingungen
Am besten gedeiht Maragogype Kaffee in Hochlagen zwischen 600 und 1.700 Metern, z. B. in Mexiko (Chiapas), Nicaragua oder Guatemala. Das kühlere Klima und die längere Reifezeit fördern die Entwicklung komplexer Aromen und sorgen für einen niedrigen Koffeingehalt.
Die Pflanzen wachsen oft in Mischkultur unter Schattenbäumen. Zunehmend setzen die Bauern auf nachhaltige und ökologische Anbaumethoden. Meist werden die Kaffeekirschen gewaschen aufbereitet, was das klare und ausgewogene Geschmacksprofil zusätzlich betont.
Besonderheiten beim Rösten von Maragogype Bohnen
Aufgrund der Größe und geringeren Dichte der Bohne ist eine schonende, helle bis mittlere Röstung entscheidend, um die feinen Nuancen nicht zu verlieren. Maragogype verlangt beim Rösten viel Sensibilität und Erfahrung. Der Kaffee verzeiht kaum Fehler und eignet sich nicht für industrielle Röstungen.
Bei einer dunklen Röstung überdecken die Röststoffe die fein nuancierte Aromenstruktur der Bohnen, zumal sie auch relativ schnell verbrennen. Während des Röstens erhöht sich nochmals deutlich das Volumen der Bohnen.
Autor: Heiko Kahlisch
Wie in so vielen Gründergeschichten wurde aus einer Leidenschaft mehr als nur ein Hobby. Heiko erfüllte sich 2014 einen Traum. Er gründete die Kaffeerösterei Docklands Coffee. Seitdem werden dort aus fast 100 Sorten hochwertige Bohnen langsam und schonend im Trommelröster geröstet.
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