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Ein Espresso wird in der Siebträgermaschine zubereitet

Einen Espresso zubereiten

Autor: Heiko Kahlisch | 8. 8. 2025


Wenn du einen Espresso zubereiten möchtest, sind Bohnenqualität, Mahlgrad, Wassertemperatur, Brühzeit und das richtige Brühverhältnis ausschlaggebend. Das verlangt Sorgfalt bei den einzelnen Arbeitsschritten.

Espresso zubereiten: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Siebträgermaschinen

Für die Zubereitung eines wirklich guten Espressos bringt nur eine Siebträgermaschine alle technischen Voraussetzungen mit. Insbesondere den nötigen Brühdruck (rund 9 bar), die ideale Wassertemperatur (circa 90–94 °C) und die genaue Steuerung der Extraktionszeit. 

So bereitest du den Espresso mit der Maschine zu:

1. Espresso Bohnen wählen

Ideal sind frisch geröstete Bohnen ein paar Tage nach der Röstung. Sind sie zu frisch, haben sie noch viel CO₂. Ist die Röstung schon länger her, wird der Geschmack flach.

Hochwertige Espresso Bohnen bestehen aus einer Mischung von Arabica und Robusta Bohnen. Das verbessert besonders die Crema und den Körper.

Espresso Bohnen werden gemahlen

2. Den richtigen Mahlgrad einstellen

Für Espresso ist ein feiner bis sehr feiner Mahlgrad optimal. Ist der Mahlgrad zu grob, wird der Espresso wässrig. Zu fein gemahlen, schmeckt er bitter und überextrahiert.

3. Kaffeemenge abwiegen

Für einen Single Shot brauchst du 7–9 Gramm, für einen Double Shot 14–19 Gramm Kaffeepulver.

4. Maschine vorheizen und Tasse vorwärmen

Große Temperaturunterschiede können den Geschmack des Espressos negativ beeinflussen.

5. Siebträger reinigen

Altes Pulver entfernen und die Brühgruppe kurz spülen (Flushen).

Ein Hand hält einen Seibträger zum Tampen des Espressopulvers

6. Tampen

Kaffeemehl im Siebträger gleichmäßig verteilen (leveln). Leveln verhindert das sogenannte Channeling. Das Wasser sucht sich dabei den Weg des geringsten Widerstands, bildet Kanäle und verläuft ungleichmäßig. Der Espresso würde flach und unausgewogen schmecken. Dann mit einem Tamper gleichmäßig verteilen und andrücken. 

7. Espresso extrahieren

Siebträger einsetzen, Tasse darunter stellen und Bezug starten. Die Brühtemperatur liegt bei 90–96 °C, der Brühdruck bei etwa 9 bar. Eine Extraktionszeit von 25–30 Sekunden gilt als optimal. Das Brühverhältnis zwischen Kaffeepulver und Wasser beträgt 1:2. Ein einfacher Espresso hat ca. 25-30 ml.

Die Extraktion endet, wenn der Strahl hell und wässrig wird. Läuft der Espresso zu schnell, ist der Mahlgrad zu grob; läuft er zu langsam, ist er zu fein.

Espresso wird in einer Tasse an der Siebträgermaschine extrahiert

Warum ist die Wassertemperatur so entscheidend für die Qualität?

Die Wassertemperatur beeinflusst maßgeblich, wie die Inhaltsstoffe aus dem Kaffeemehl gelöst werden.

  • Zu kaltes Wasser (unter 90 °C)
    Die Extraktion ist zu schwach. Der Espresso schmeckt oft dünn, säuerlich und wenig harmonisch. Vor allem die sauren Bestandteile werden schneller gelöst, während die süßen und aromatischen Komponenten weitgehend im Kaffeepulver verbleiben.
  • Zu heißes Wasser (über 96 °C)
    Durch die Überextraktion lösen sich zu viel Bitterstoffe und unerwünschte Aromen. Der Espresso schmeckt dann bitter und verliert an Komplexität.

Bei unterschiedlichen Temperaturen extrahieren sich verschiedene chemische Bestandteile des Kaffees unterschiedlich schnell. Nur die richtige Wassertemperatur von ca. 90°–96 °C gewährleistet eine perfekte Extraktion.

Tipps: Vermeide diese Fehler bei der Zubereitung eines Espressos

  1. Der Espresso schmeckt zu sauer
    Ursache: Mahlgrad zu grob, zu kurze Extraktionszeit, Brühtemperatur zu niedrig
    Lösung: Bohnen feiner mahlen, Extraktion um 1-2 Sekunden verlängern, Temperatur prüfen (≥ 90 °C)
  2. Der Espresso ist zu bitter
    Ursache: Mahlgrad zu fein, zu lange Extraktion, Brühtemperatur zu hoch
    Lösung: gröber mahlen, kürzere Extraktion, Temperatur leicht senken
  3. Geschmack ist wässrig
    Ursache: zu wenig Kaffeepulver, zu grober Mahlgrad, ungleichmäßiges Tampen
    Lösung: mehr Kaffeepulver verwenden, feiner mahlen, gleichmäßig tampen
  4. Zu wenig Crema
    Ursache: alte Bohnen, zu grober Mahlgrad, falsche Mischung (100 % Arabica kann weniger Crema haben)
    Lösung: frischere Bohnen verwenden, feiner mahlen, Robusta-Anteil erhöhen
  5. Channeling (spritzend, ungleichmäßiger Fluss)
    Ursache: ungleichmäßige Verteilung des Kaffeepulvers, schiefer Tamp
    Lösung: vor dem Tampen den Siebträger leicht rütteln, gerade und fest tampen
Autor Heiko Kahlisch | Docklands Coffee

Autor: Heiko Kahlisch
Wie in so vielen Gründergeschichten wurde aus einer Leidenschaft mehr als nur ein Hobby. Heiko erfüllte sich 2014 einen Traum. Er gründete die Kaffeerösterei Docklands Coffee. Seitdem werden dort aus fast 100 Sorten hochwertige Bohnen langsam und schonend im Trommelröster geröstet.

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